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1956-1988

1956- 1988
Aufblühen und Aufbruch in „andere Welten“

1956 bis 1974: Gegenwart zwischen Aufarbeiten der Vergangenheit und neuen Zielen in einer Zukunft nach der Gebietsreform.

100 Jahre Stadtrechte Bergisch Gladbach! - 1956 wird gefeiert. Große Anstrengungen haben eine unglaubliche Aufbauleistung von neuen Schulen und Siedlungen bewirkt; das kulturelle Leben in der Kreisstadt blüht. Die Bevölkerung wächst stürmisch.

Dem Roten Kreuz wird der Blutspendedienst übertragen. Mit Kursen in Häuslicher Krankenpflege, für „Mütter und ihr erstes Kind“ mit Schwangerschaftsgymnastik und –schwimmen, mit Schwesternhelferinnenausbildung und „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ werden den Anforderungen der Zeit entsprechende neue Wege in der Ausbildung beschritten. Kinder-, Mütter- und Altenerholung erhalten besondere Bedeutung. Gesellige und kulturelle Anregungen vermitteln Altentagesstätten und die Behindertenarbeit des Jugenrotkreuzes . Sehr vielseitig sind die Einsätze der Helfer und Helferinnen.

Bergisch Gladbach ist Garnisonenstadt geworden. Die Bundeswehrsoldaten in der Hermann-Löns-Kaserne beteiligen sich an der Blutspende und den Weihnachtspaketaktionen. Es gibt auch gemeinsame Übungen mit ihnen ebenso wie mit den benachbarten RK-Verbänden über die Orts- und Kreisgrenzen hinaus.

Der Regierungsflughafen in der Wahner Heide wird zu einem Großflughafen ausgebaut. Sehr intensiv wird der Katastrophenschutz aufgebaut und durchorganisiert.

Auf europäischer Ebene finden die Einheiten der RK-Gesellschaften lebhaften Kontakt im Rahmen der internationalen Partnerschaften ihrer jeweiligen Gebietskörperschaften; der Ortsverein Bergisch Gladbach pflegt lebhaften Austausch mit Organisationen in den Niederlanden und Frankreich.

Zum 1. Januar 1975 tritt die Gebietsreform in Kraft. Weil von der Neugliederung des Rheinisch Bergischen Kreises auch die Rotkreuzverbände erheblich betroffen sind, werden, schon im Jahre 1974 der „alten Strukturen“ wegen, intensive Verhandlungen der Betroffenen über die zukünftige Gestaltung der Zusammenarbeit notwendig.


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Das ganze Jahr steht im Zeichen der Jahrhundertfeier der Verleihung der Stadtrechte „Rechte einer Stadt nach den Rheinischen Städteordnung“ für Bergisch Gladbach am 9. August 1856. In die umfangreichen Festlichkeiten vom 8. bis 22. Juli ist die das DRK vielfach einbezogen. So beim Gedenken an die toten und Gefallenen am neuen Ehrenmal vor dem Landratsamt, bei der Kranzniederlegung auf den Gräbern der ehemaligen Bürgermeister Jakob Herweg, August Klostermann, Bernhard Schröter und Johann Odenthal, die auf dem Laurentius-Friedhof bestattet sind, beim Festkonzert des Cäcilienchors (heute Chorgemeinschaft Zanders Bergisch Gladbach) und beim Festakt im Theatersaal mit Festrede von Universitätsprofessero Dr. Hans Peters, Köln. Es gibt ein konzertandete Uraufführung. „Heimatstadt“ für Stimmen und Orchester. Weitere Höhepunkte sind ein Platzkonzert des Musikkorps der Bundeswehr, die Jahreshauptversamlung des Landesverbands Nordrhein des DRK und Schauübungen der Feuerwehr und des Roten Kreuzes. Die Übergabe neuer Schulen und Siedlungen, und die Enthüllung des Mahnmals „Deutsche Heimat im Osten“ vor der alten evangelischen Schule Hauptstraße, später versetzt in die Anlage des Kreishaus.

September. zum Katholikentag auf dem Stadion Nordfeld in Köln (1./2.9.) gibt es einen umfangreichen Einsatzplan für die Bereitschaften m und w des Deutschen Roten Kreuzes. Aus neun Bereitschaften werden 50 Männer und 25 Frauen eingeteilt zu Großkundgebung und Schiffsprozession. Der Verkehr am Sonntag ist nur mit Straßenbahnen gestattet. Zwei Zelte für die versorgenden Ärzte werden von den belgischen Truppen gestellt, die noch im Rheinland und in Westfalen – so auch in Bergisch Gladbach und Bensberg – Standorte haben.

September. Brief aus Bonn: 27. September 1956. Bundesrepublik Deutschland. Der Bundeskanzler. An den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 71: „ Die Bundesregierung erkennt das Deutsche Rote Kreuz als Nationale Hilfsgemeinschaft zu Erfüllung derjenigen Aufgaben an, die von den nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes gem. dem Genfer Abkommen vom 12. August 1949 und den von den internationalen Rotkreuz-Konferenzen festgelegten Grundsätzen wahrgenommen werden. Unter Bezugnahme auf Art. 26 des Ersten Genfer Abkommens vom 12. August 1949 ermächtigt ferner die Bundesregierung das Deutsche Rote Kreuz, unter ihrer Verantwortung in dem ständigen Sanitätsdienst der Bundeswehr mitzuwirken. gez. Adenauer“
(Abschrift des Schreibens geht an alle Einheiten im Kreis)

Oktober. Der Landesverband teilt mit: Das Deutsche Rote Kreuz hat Vereinbarungen getroffen mit der Johanniter-Unfallhilfe und dem Malteser-Hilfsdienst. Sie betreffen Abstimmung über die jeweiligen Wirkungsbereiche und Einsätze. Anstehende Fragen werden in einer Arbeitsgemeinschaft abgeklärt.


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Mit nun schon 105 Teilnehmerwagen, Gruppen und Kapellen zieht der Karnevalsdienstags-Zug durch die Kreisstadt, wie immer in Abstimmung mit Stadt und Komitee zuverlässig behütet von den achtsamen Einsatzkräften des Roten Kreuzes.


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Juni. Das Seifenkistenrennen auf der Rommerscheider Straße wird durch die DRK Wache mit Zelt betreut. Es sind keine Unfälle zu verzeichnen.
Juni. Der Blutspendetermin wird von 93 Spender besucht. Weil die Flaschen nicht ausreichen, müssen einige Spender leider weggeschickt werden.

Juli. Über die Gründung einer DRK-eigenen Musikkapelle wird Kontakt mit Musikdirektor Heinz Effertz aufgenommen. 12 bis 14 Teilnehmer machen dann so gute Fortschritte, daß sie ab Oktober bereits auftreten können, so in Krankenhäusern, Heimen, bei Platzkonzerten zur DRK-Sammlung, Martinszügen und am 24 Juli 1960 bei der Primizfeier Klein in der Laurentiuskirche.
Juli. In der Mitgliederversammlung des Ortsvereins wird Frau Dr. Fleischhauer besonders gedankt, da sie ein „Sammelgenie“ sei, dem vor allen die guten Gladbacher Ergebnisse zu verdanken seien.

August. 53 Offiziere und Mannschaften der Bundeswehr am Standort in der Hermann-Löns-Kaserne spenden Blut an einem eigenen Termin.
August. In der Jugendherberge Kürten findet ein Zug- und Gruppenführerausbildung statt. Es wird festgelegt, daß im Kreisverband Versammlungen grundsätzlich in Zivil besucht werden, während zu Übungen Uniform angelegt wird.

Oktober. Kreisbereitschaftsführer Rütten gibt (18.10.) um 15 Uhr Alarm. Alle w und m Bereitschaften des Sieg- und Rheinisch-Bergischen Kreises werden nach Overath gerufen. 452 Helfer und Helferinnen finden sich ein. Zwei Kameraden mit Krad verunglücken unterwegs und müssen ins Krankenhaus. Es herrscht Platzregen.

Dezember. Immer noch können 39 Familien mit Lebensmittel- und fünf Familien mit Wäsche-Carepaketen versorgt werden. An 165 Gladbacher Familien werden nicht paketierte Lebensmittel verteilt.


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Seit 1944 war der Stammsitz des DRK an der Hauptstr, 261 zweckentfremdet. Mit erheblichen Mitteln ist das Haus aus- und umgebaut worden. Der KV und mit ihn der Ortsverband Bergisch Gladbach ziehen wieder ein. Bis dahin war die Kreisstelle notdürftig in der Lumpenfabrik der Firma Zanders an der Bensbergerstraße untergebracht. Präsident Dr. Rosendahl überreicht zum Einzug 5.000 DM Förderbetrag des Landesverbands.

September. Bei der Großkundgebung der CDU mit Konrad Adenauer auf dem Marktplatz leistet das DRK Bereitschaftsdienst.
September. Alle Jahre wieder diskutieren die Männer der Bereitschaft, ob der traditionelle Ausflug mit oder ohne Frauen sein soll. Manchmal fahren auch die Ehefrauen allein mit einem Zuschuß als Dank aus der Bereitschaftskasse.

Dezember. Die Kreisnachforschungsstelle hat in diesem Jahr 101 Fälle vermißter Soldaten geklärt, von andern KV`s gab es 37 schicksalsklärende Auskünfte. Weitere Nachforschungen: Nach Zivilverschleppten UdSSR-Polen-CSSR-Jugoslawien-Rumänien 4, Kindersuchdienst UdSSR-Ungarn 1, nach Aussiedler und Zivilvermißten 11, Rückführung von deutschen aus UdSSR-Polen-Jugoslawien-Rumänien 45, Paketbetreuung von Deutschen in der UdSSR 17.

Erstmals werden 1960 Kurse in Häuslicher Krankenpflege eingerichtet. Die DRK-Kreiskonferenz wirbt, daß die Ortsvereine die Ausbildung fördern, da die Krankenhäuser in Not sind und ehrenamtliche Kräfte zur Unterstützung brauchen oder Patienten früher nach Hause entlassen können. Auch Männer sollen teilnehmen.


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August. Anläßlich der Kirmes sprechen die Sammler die Schausteller an und nehmen 247 DM an Spenden ein, außerdem bekommen sie eine Puppe und einen Teddybär für die Liebesgabenpakete zu Weihnachten.

Dezember. Der Ortsverein berichtet über die Tätigkeiten: 156 Pakete der Weihnachtsbetreuung durch den Frauenarbeitskreis gepackt und verteilt. Die Bereitschaft wird in zwei Züge geteilt.


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Mai. Aus der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins: Es gibt 49 m und 49 w Bereitschaftsmitglieder. Das Jugendrotkreuz, 1960 aufgelöst, weil es keinen Leiter mehr hatte, ist mit 19 Mädchen und elf Jungen wieder aktiv. Die Werbung um fördernde Mitglieder in Kreisgebiet läuft erfolgreich.

Juli. Gesundheitsfürsorge: 257 Kinder mit 5280 Erholungstagen werden verschickt und mit großem Einsatz der Männer und Frauen vom DRK in dessen Ferienhäuser in Süd und Nord begleitet. Mehrere Mitbürger genießen Dank der Hilfe des Roten Kreuzes Altenerholung und Mütterkuren. Im DRK-Haus an der Hauptstraße 261 wird eine Altentagesstätte eröffnet.


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Das 100-Jahr-jubiläum des Roten Kreuzes wird auch in Rhein-Berg begangen. Zur Wiederkehr der Gründung durch Henry Dunant 1863 hat der Kreisverband in den „Bergischen Löwen“ eingeladen. Das Generalsekretariat richtet anläßlich des Centenariums unter dem Motto „Für Menschlichkeit und Frieden!“ ein Schreiben an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Leiterinnen der Frauenarbeit und Leiter der Männerarbeit mit dem Hinweis auf die vielen neuen Aufgaben, die das Rote Kreuz aufgegriffen hat.

Dezember. Für 40 betagte Bürger in der Kreisstadt teilen Bundeswehrsoldaten an Heiligabend hübsch verpackte Weihnachtspakete aus. Die Anschriften vermittelt das DRK. Im 51. Fernmeldebataillon in Bergisch Gladbach waren 1.000 DM gesammelt worden. Früher waren Kinder beschert worden, erstmals besuchten die jungen Soldaten in diesem Jahr ältere Menschen und sind berührt von der großen Freude der Empfänger.
- Der Ortsverein hat u.a. 20 Pakete „für die Ostzone“ gepackt.
Dezember. Die moderne Wiederbelebungsmethode der Atemspende hat sich durchgesetzt und wird jetzt in den Erste-Hilfe—Kursen geübt.


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Großes Echo findet in Bergisch Gladbach die vom DRK angebotenen neuen Lehrgänge „Die Eltern und ihr erstes Kind“. Sie sind auf initiative des Kreisgesundheitsamtes (Dr. Hasenbein) als erstes dieser Art überhaupt in den Regierungsbezirken Köln/Aachen eingerichtet worden. Eingeladen sind nicht nur werdenden Mütter, auch werdende Väter und Großmütter sind mit Eifer dabei. Schwangerschaftsgymnastik und –schwimmen ergänzen das Angebot. Erst rund ein Jahrzehnt später entschließen sich die Krankenhäuser der Region, ihren zukünftigen „Patienten“ ein eigenes Angebot zu machen.

Juni. Aus Anlass des IV. Görlitzer Heimattreffens (6.-7.6.) spricht bei der Schlusskundgebung am Ehrenmal vor dem Landratsamt in Bensberg Bundesminister Paul Lücke (CDU). Seit 1957 haben die Stadt Bergisch Gladbach und der Rheinisch-Bergische Kreis eine Patenschaft für die ehemaligen Bewohner von Stadt und Landkreis Görlitz-Ost (heute: Stadt Zgorzeles, Polen) übernommen. Der DRK-Ortsverein wird vom 1. Vorsitzenden gebeten, mit einer Abordnung daran teilzunehmen, um so „ein Bekenntnis zur Wiedervereinigung in Freiheit sichtbar werden zu lassen.“(Das sollte noch 25 Jahre lang dauern)

Oktober. Im Rahmen eines großen Manöver der Nato-Truppen am Rhein werden auch Übungen der überörtlichen Katastrophenschutz-Einheiten durchgeführt, an denen DRK-Bereitschaftsangehörige teilnehmen. – Im Zusammenhang mit dem Aufbau des Katastrophenschutzes werden besondere Einsatzeinheiten Sanitätsdienst und Sozialdienst aus allen Bereichen des Kreisverbandes aufgestellt. Sie stehen der jeweiligen örtlichen Katastrophen-Abwehrleitung zur Verfügung.

November. Volktrauertag (15.11.). Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Europa-Union veranstaltet die Gedenkfeier vor dem Kreishaus („Villa Zanders“). Das DRK findet sich am Mahnmal mit Kranzniederlegung ein. Die Gedenkrede hält ein Dominikanerpater, Dr. Gilbert Cormann aus Walberberg.


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Während des Jahreswechsels waren sechs Helferinnen der Bereitschaft abgeordnet worden zur Betreuung älterer Menschen in den Zügen aus der „Ostzone“. Erstmals hatte die DDR-Regierung Männern über 65 und Frauen über 60 Jahren gestattet, bis zu vier Wochen in die „BRD“ zu reisen. Über Weihnachten und Sylvester werden sie an der Zonengrenze mit Erfrischungen begrüßt und freundlich weitergeleitet, um das „große Staunen über den Westen“ zu erleben.

Januar. Der Landesverband teilt die Voraussetzungen mit, unter denen DRK-Angehörige vom Wehrdienst freigestellt werden können, wenn sie sich im Rahmen des zivilen Bevölkerungsschutzes in Einsatzeinheiten des DRK oder in Hilfszugstaffel zu feststehenden Mindestleistungen verpflichten.

Februar. Die Altenhilfe gewinnt an Bedeutung. Der Rheinisch-Bergische Kreis fördert je eine Ausflugsfahrt und zwei Unterhaltungsveranstaltungen pro Jahr und Personenkreis in den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und gewährt Zuschüsse nach Anträgen an das Sozialamt.
Februar. Nun findet der Karnevalszug am Sonntag statt. Die Stadt Bergisch Gladbach trifft wieder Absprachen mit dem DRK über die Betreuung.
Februar. In der Jahreshauptversammlung spricht Landesgeschäftsführer Dr. Nether über „Das Rote Kreuz in der heutigen Zeit“.

März. Anlässlich der Haus- und Straßensammlung heißt es ebenfalls im Hinblick auf das weite Feld neuen Wirkens nach dem Krieg: Kern aller Rotkreuzarbeit ist seit der Gründung der Sanitätsdienst. Aber um ihn herum sei ein Kreis neuer notwendiger Aufgaben gewachsen: Sozialdienst und Wohlfahrtsarbeit, Hilfe für ältere Menschen, Mütter und Kinder, Häusliche Krankenpflege, die auch Männern angeboten wird, darüber hinaus Gesundheitsvorsorge, Katastrophenschutz und der so wichtige Suchdienst, der immer noch Nachrichten über verschollene und vermisste Wehrmachtsangehörige ermittelt.
März. Als einem neuen Schwerpunkt der Gesundheitsvorsorge wendet sich das Rote Kreuz der Krebsaufklärung zu. Farblichtbildvorträge sollen in jeder Gemeinde des Kreises die Bevölkerung erreichen.

April. Das Zentralorgan des DRK erinnert daran, dass mit der Aufnahme der systematischen Arbeit des Roten Kreuzes nach dem Krieg vor 15 Jahren in Deutschland die Breitenausbildung der Bürger Erster Hilfe begann. Angesichts des zu nehmenden Straßenverkehr und der damit verbundenen alarmierenden Unfallzahlen werden ab sofort zusätzliche „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ als verkürzte Ausbildung mit besonderen neuen Schwerpunkt angebotenen – wie z. B. „Absichern der Unfallstelle, Bergung Verletzter, lebensrettende Maßnahmen, Herbeiholen fachlicher Hilfe, …“ . Sie werden später verpflichtende Voraussetzungen für den Erwerb des Führerscheins.

Juni. Die Sanitätskolonne wird 60 Jahre alt.

September. Das „1. Nationale Leichtathletiksportfest“ für Junioren und Juniorinnen findet unter Obhut des DRK´s im Gladbacher Stadion statt.


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32 Helferinnen des Ortsvereins begleiten die zahlreichen Ferienkindertransporte.


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Die Bergische Landeszeitung erzählt eine hübsche Geschichte über das Rote Kreuz.
Unter dem Riesenandrang von 288 Spendenwilligen bei einem einzigen Gladbacher Blutspendetermin war auch ein 19-jähriger aus Dürscheid. Er kam stolz mit einer Bescheinigung des Vaters. Aber großjährig wurde damals erst mit 21; also war auch die Unterschrift der Mutter erforderlich. Trotz aller Beteuerungen ließ sich der Arzt nicht erweichen. Da sauste der junge Mann mit seinem Mofa ab nach Dürscheid und kam nach gut einer halben Stunde mit Mutters Plazet zum Blutspenden zurück.


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Sieben Helfer aus Bergisch Gladbach werden abgeordnet zur Hilfe beim Umzug des Krankenhauses Wipperfürth.


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Der Bau neuer Krankenhäuser boomt. Drei Bereitschaftsmitglieder haben sich gemeldet zum Einsatz beim Umzug des Krankenhauses Waldbröl im benachbarten Oberbergischen Kreis.

Juli. Bei der Hochwasserkatastrophe an Sülz und Agger sind vier Helfer aus der Kreisstadt zu Erste-Hilfe-Leistungen eingesetzt.
- 78 Helferinnen begleiten die Kindertransporte dieses Sommers.


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Der Kreisverband des DRK leistet den Hochwassergeschädigten Barunterstützungen in Höhe von 17.775.- DM (Overath) und 1.000,- DM (Rösrath).
Die Männer-Bereitschaft meldet 3556 Einsatzstunden.
Beim Kinderfest der SPD sind vier Helferinnen zur Betreuung erbeten.

Mai. Rechnungslegung des Vorjahres des Ortsvereins Bergisch Gladbach:
Einnahmen: 43.637,70 DM, Ausgaben: 38.636,73 DM.
- Frau Paula Herbertz wird verabschiedet mit großem Dank für ihre vielseitigen Einsätze in der Bereitschaft und im Frauenarbeitskreis.
Nachfolgerin wird Emilie Kaser.
- Der Ortsverein leistet Einsätze im gesamten damaligen Kreisgebiet von Porz bis Wipperfürth.

Oktober. Die erste Altenfahrt des DRK führt wegen des riesigen Interesses mit drei Busen nach Schloss Brühl.

Dezember. Die Regierung in Bonn und Warschau beauftragen die beiden Rotkreuz-Gesellschaften in der Bundesrepublik und Polen mit der Ausführung einer Abmachung über die Umsiedlung Deutscher aus Polen.


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Ein Vierteljahrhundert ist 1970 der II. Weltkrieg vorbei. Im Jahresbericht meldet der Kreisnachforschungsdienst immer noch hohe Zahlen, von denen Bergisch Gladbach als große Kreisstadt am meisten betroffen ist: u. a. 339 Gutachten über vermisste Wehrmachtsangehörige, 12 schicksalsklärende Auskünfte aus der Sowjetunion, 221 vermittelte Anschriften über gesuchte Personen, 587 Beratungen, Anträge und Bittgesuche an polnische und russische Dienststellen, über 700 die SBZ betreffend, 4 Kinderrückführungsanträge.

Mai. Im Rahmen des Jugend-Länderturniers hat der Fußballverband Mittelrhein das Spiel Bayern gegen Schleswig-Holstein nach Gladbach vergeben.
Ausrichter ist der SV 09, der im Briefbogen anzeigt: Deutscher Amateurmeister 1952/53, Mittelrheinmeister 1952/53, 1954/55, 1957/58. Er bittet um einen DRK-Bereitschaftswagen: „Es würde dem gesamten Rahmen ein besseres Bild geben.“

Juni. Kreisfeuerwehrtag im Innenhof von Schloss Bensberg. Die Hilfsorganisationen haben ihren Stand entlang der Mauer vor dem Schlosshof, das DRK hat Notstromaggregate und Feldküche aufgebaut. Der Feuerwehrmusikzug des Oberbergischen Kreises gibt ein Platzkonzert. Feuerwehr- und Sportlerball auf dem Rathaus-Innenhof. Den auswärtigen Gästen bieten die Kulturgeschichtsbewussten Gastgeber Besichtungen des neuen Bensberger Rathauses, der modernen Feuerwache und des Heimatmuseums an.

August. Der „Raubtier-Circus Barum Safari“ auf dem Parkplatz Richard-Zanders-Straße bittet für fünf Vorstellungen je um einen männlichen und weiblichen Helfer.

September. Der DRK-Krankenwagen begleitet die Schwerbeschädigten-Ausflugsfahrten des VdK Bergisch Gladbach.

Oktober. Die Bereitschaften Gladbach, Odenthal, Rösrath, Overath und Porz werden gebeten, den Bereitschaften Bensberg und Refrath mit mehreren Krankenwagen, Funkgeräten und 50 Einsatzkräften bei den Internationalen Marathon-Meisterschaften in Refrath Nachbarschaftshilfe zu leisten.
Oktober. Der Landesverband hat eine neue Auszeichnung gestiftet. Die „Verdienstmedaille Nordrhein“ – in reinem Silber, als Brosche für die Damen und als Anstecknadel für die Herren.

November. Aus Aussonderungsbeständen von Bundeswehrmaterial werden Gerätesätze und Kochgeschirr mit Waggonladungen in Bergisch Gladbach angeliefert aus dem Depot in Coesfeld für die Kreisverbände Rhein-Berg, Oberberg und Rhein-Sieg.

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Mit 1205 Teilnehmern hat der Ortsverein 47 Lehrgänge „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ durchgeführt.
- Verpflegung im Katastrophenfall und Kochlehrgänge bringen die Übende in Schwung.
- Die Ausbildung von Schwesternhelferinnen wird intensiviert.
- 7724 Einsatzstunden der Männer-Bereitschaft und 6095 der Frauen stehen auf dem Jahreskonto, von den Frauen 2600 in der Altentagesstätte
- Das DRK-Haus ist zum beliebten Treffpunkt geworden.

Oktober. Für den Frauenarbeitskreis ist es eine harte Arbeit, den Inhalt für die vielen Weihnachtspakete zu besorgen, anzufertigen und zu verteilen.

November. Der Vorstand erfährt, dass es angeblich wieder freie Telefonanschlüsse (!) in Gladbach gibt und regt an, für die Bereitschaft einen zu beantragen.

November. Die Stadt überweist der Bereitschaft einen Förderbetrag von 200,- DM als Dank für die sommerlichen Einsätze im Freibad Herrenstrunden.

Dezember. Die Bereitschaften im Kreisgebiet beteiligen sich tatkräftig an Hilfseinsätzen sonntags vormittags im Alten- und Pflegeheim Wipperfürth, um die hauptamtlichen Kräfte zu entlasten. Dies stellt auch für die freiwilligen Helferinnen aus Bergisch Gladbach eine praktische Ergänzung zu ihrer Ausbildung im Sanitätswesen und in der Häuslichen Krankenpflege dar.

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Januar. Bis zu dem in Kürze erfolgenden Abbruch des „Bergischen Löwen“ will Bereitschaftsarzt Dr. Brösel den Theaterdienst noch versehen und dann aus gesundheitlichen Gründen davon Abstand nehmen.

April. Dr. Gießmann, Bereitschaftsarzt der Frauen-Bereitschaft, wird verabschiedet. Er ist seit 1914 im Roten Kreuz tätig, Dr. Brösel seit 1932.

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Juni. An der Mitgliederversammlung des Ortsvereins nehmen Gäste aus der französischen Partnerstadt Bougoin-Jallieu teil.

Dezember. Wegen der Gebietsreform, die zum 1. Januar 1975 in Kraft tritt und auch für das Rote Kreuz eine einschneidende Neuordnung bringt, tagen Vorstand und Beirat des Kreisverbandes mit den Ortsvorsitzenden und berichten über Gespräche mit dem Vorstand des bisherigen Kreisverbands Rhein-Wupper-Leverkusen. Da der Rhein-Wupper-Kreis aufgelöst wird, müssen sich dort auch alle DRK-Ortsvereine neu orientieren. Leichlingen-Witzhelden, Burscheid und Wermelskichen werden zum KV Rhein-Berg gehören. Aus dem bisherigen RBK werden ausgegliedert – und damit auch die RK-Organiastionen – Wipperfürth, Lindlar, Engelskirchen nach Oberberg sowie Porz nach Köln.





Kommunale Schatten und eine Welt in Auflösung
1975 bis 1988: Von den Freundschaften im Westen zur Nothilfe im Osten

Die Kommunale Neugliederung wirft in der nun vereinigten großen Kreisstadt
Bergisch Gladbach/Bensberg lange Schatten. Das Rote Kreuz behält bis in die Gegenwart seine bisherigen und – wie die Beteiligten meinen – auch bewährten Gliederungen bei.

Die „Ära Dr. Peter Kentenich“, der 33 Jahre lang Vorsitzender des Ortsvereins war, geht 1981 zu Ende.

Es tritt eine Wende ein in den partnerschaftlichen Beziehungen: Von den Freundschaften im Westen geht nun der Blick nach Osten. Das Elend in den Ländern des Ostens „schreit“ nach Hilfe; der „Eiserne Vorhang“ hat sich ein wenig geöffnet. Einzelne Aktionen des Ortsvereins Gladbach, aber auch koordinierte auf regionaler Ebene führen nach Polen, Rumänien, in die Sowjetunion und ins Baltikum mit Lebensmitteln, Textilien, Medikamenten und medizinischen Geräten.

Das DRK ist bei großen örtlichen und überörtlichen Ereignissen oft tagelang im Einsatz. Katastrophenschutz und Blutspende erhalten zentrale Betreuung.

Mitte der 80er Jahre nimmt die Zahl der Aussiedler nach Verhandlungen der Regierung in Bonn mit den östlichen Staaten ebenso zu wie die der Fluchthilfe aus der „Zweiten“, „Dritten“ und „Vierten Welt“. Alle Einheiten des Roten Kreuzes sind in der Betreuung dieser Menschen gefordert.

Die politischen Strukturen rund um die Erde beginnen sich aufzulösen.
Mittendrin und 125 Jahre nach seiner Gründung wird es wieder vor neue Aufgaben gestellt: Das weltumspannende Rote Kreuz.


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Unmittelbar betroffen von der kommunalen Neugliederung sind die bisherigen Rotkreuz-Strukturen innerhalb der neuen Kreisstadt Bergisch Gladbach mit 100 000 Einwohnern. Was ergibt sich für das DRK aus dem Zusammenschluß von Gladbach und Bensberg? – Das wird in neun Vorstandsitzungen des Ortsvereins beraten.
Die Entscheidung über eine Vereinigung der beiden DRK-Ortsverbände wird zunächst bis zur Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde der bisherigen Stadt Bensberg zurückgestellt. Diese Beschwerde gegen die Vereinigung wird April 1976 endgültig abgewiesen. Das Thema bleibt einige Jahre auf der Tagesordnung.
Es sei vorweggenommen, daß beide Ortsvereine bis heute – also nach 30 Jahren – eigenständig bestehen.

Die Pflegedienste leisten ehrenamtliche Einsätze an Sonntagen im DRK-Altenheim der Eugen-Wolfrich-Kesting-Stiftung in Wipperfürth, das nach der Gebietsreform weiterhin in der Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Rhein.-Berg verbleibt, sie sind an Wochenenden im Krankenhaus Maria Hilf in Gladbach, sie leisten Sanitätsdienst bei INTERATOM in Moitzfeld, Weihnachtsbetreuung im Behindertenheim in Nöthen/Eifel, Aushilfsdienste im Altenheim Margarethenhöhe in Gladbach und Hauspflege bei vielen allein stehenden alten Menschen.

Funk- und Verpflegungstrupp sind häufig in und außerhalb von Bergisch Gladbach im Einsatz.

Ausschließlich aus Eigenmitteln des Ortsvereins wird ein neuer, modern ausgestatteter KTW (Krankenwagen) angeschafft.

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Die geschäftsführenden Vorstände der Ortsvereine Bergisch Gladbach und Bensberg erörtern die großen Unterschiede in der finanziellen Struktur der beiden Organisationen, besonders in vermögensrechtlichen Fragen. Bensberg hat außerdem zwei Bereitschaften mit jeweils eigenständigen Aktivitäten in Bensberg und Refrath.

Der Ortsverein Gladbach hat derzeit 3000 fördernde Mitglieder.

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In neun Mutter-und-Kind-Kursen werden 196 Teilnehmer gezählt.
Es gibt jetzt auch Seniorenturnen: Zwei Kurse mit 20 Teilnehmern.

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Die Altkleidersammlung im Kreisgebiet erbringt 70 Tonnen, 13.300 DM beträgt der Erlös-Anteil für den Ortsverein Gladbach.

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Während des City-Festes in Bergisch Gladbach wird die Verpflegungsgruppe vom Verpflegungszug Oberhausen-Stärkrade mit acht Helfern unterstützt.
Der Gladbacher Trupp hat im gesamten Jahr hergestellt:
8980 Mittagessen, 74 Portionen Vollverpflegung, 4100 Portionen Kaltverpflegung.

November. Die Überlegung eine „gemischte Bereitschaft“ zu bilden, also Frauen- und Männer-Bereitschaft zusammen zu legen, werden vorläufig zurückgestellt.

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75 Jahre Rotes Kreuz in Bergisch Gladbach!
Das Jubiläum wird vom 30.05. bis 1.06. begangen, der Festakt im Bergischen Löwen mit Abgeordneten aus den Partnerländern in Europa, mit Prominenz und musikalischen Darbietungen. Die Betreuungszüge des Ortsvereins werden drei Tage lang zur Versorgung der Teilnehmer und Gäste wieder unterstützt von Oberhausen und Kürten.

Mai. Der neue „Bergische Löwe“ wird der Gladbacher Bürgerschaft in einem Festakt übergeben: Teile der alten Substanz wurden mit neuen Gebäuden nach Plänen des Architekten Gottfried Böhm verbunden.
Die Ärzte und Helfer des Roten Kreuzes betreuen wieder die Theatervorstellungen.


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Nach 33 Jahren als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins gibt Dr. Peter Kentenich, Gladbachs Stadtdirektor a. D., das Amt an den städtischen Dezernenten Dr. Hans Joachim Franke ab (3.04.1981). Er bleibt noch drei Jahre lang stv. Vorsitzender. Dr. Franke, Bensberger Bürger, liegt eine Lösung des Problems mit dem Zusammenschluß der Ortsvereine am Herzen.

Aktion Polenhilfe: Zwei LKW-Transporte mit Hilfsgütern werden von Helfern des Ortsvereins nach Thorn/Torun (Nordpolen) begleitet. Für den Zoll müssen die Gaben minutiös in Listen eingetragen werden.

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März. Start zur zweiten Polenaktion. Im Auftrag des Landesverbandes verkauft das Jugendrotkreuz für die Polenhilfe Kalender und erzielt einen Erlös von 630.- DM zur Unterstützung Neugeborener und ihrer Mütter in Polen.

September. Bürgermeister Franz Karl Burgmer empfängt eine Abordnung von 30 Personen des Niederländischen Roten Kreuzes aus der Partnerstadt Velsen.

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Juni. Die Bereitschaften Gladbach und Refrath, die im Katastrophenschutz seit längerem erfolgreich zusammenarbeiten, möchten wissen, wie sie in Zukunft ihre Arbeit gestalten sollen, da doch die Städtefusion von 1975 einen Zusammenschluß der Ortsvereine erzwinge. Auch bestehe zur Zeit nur im Ortsverein Gladbach eine Frauenbereitschaft und ein JRK Gruppe. Eine daraufhin eingesetzte Kommission schlägt einige Monate später eine Zusammenschluß vor.

Auf den verschiedenen Arbeitsfeldern wird im Laufe des Jahres intensiv gearbeitet. Eine Bilanz:
- Eine große Katastrophenschutz-Übung am Lüderich vereinigt sämtliche Hilfsorganisationen des Stadtgebietes mit der Bundeswehr und den drei Teileinheiten des DRK in Gladbach, Bensberg und Refrath.
- Gladbacher Helfer leisten 912 Stunden Dienst auf der Rettungswache in Leichlingen
- Neun von elf Helfern der Fernmeldegruppe des Kreises kommen aus der Kreisstadt. Sie leisten neben den Ausbildungen 910 Stunden in 23 Einsätzen.
- Im Gesundheits- und Sozialdienst werden neben Kursen in Psyche-Hygiene auch Lehrgänge in „Autogenes Training“ neu aufgenommen. Die Angebote von Spielstube und Babytreff sowie Schwimmen für Schwangere sind „Renner“ im Programm.
- Herz-Lungen-Wiederbelebung ist ein neuer Schwerpunkt in der Vermittlung von Hilfsmaßnahmen.

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Die Bemühungen um den Zusammenschluß der Ortsvereine Gladbach und Bensberg kommen nach langen Verhandlungen nicht zum Ziel. Sie scheitern an der Männerbereitschaft. Vorsitzender Dr. Franke stellt am 9. November das Amt zur Verfügung. Viele Sitzungen waren dem Eklat vorausgegangen, um die jeweilige Eigenständigkeit weitgehend zu berücksichtigen. Der Ortsverein Bensberg wäre zur Fusion bereit gewesen, doch in Gladbach ist die Zustimmung am 4. Oktober nicht zu erreichen. Die beiden Vorsitzenden, Herr Lammers (Bensberg) und Dr. Franke (Gladbach) sehen darum keine Basis mehr für ihr Engagement.
Wegen dieses Verhandlungs-„Marathons“ kann die Jahreshauptversammlung in Gladbach erst verspätet am 9. November angesetzt werden.
Einstimmig werden Dr. Gerhard Schmitz als neuer Vorsitzender, Sylvia Zanders als stv. Vorsitzende und Norbert Wingensiefen als neuer Schatzmeister gewählt.

September. Beim Großbrand in der Firma Dahl-Kanal in Rösrath bewährt sich der Katastrophenschutz-Zug vortrefflich.

Zehn Jahre lang besteht die Partnerschaft mit dem Niederländischen Roten Kreuz in Velsen/Ijmuiden. Eine Delegation des NRK wird vom Ortsverein empfangen. Der Gegenbesuch erfolgt im gleichen Jahr.

Dem Jugendrotkreuz wird besondere Anerkennung für seine Behindertenarbeit gezollt. Jeden Samstagnachmittag bieten die Jungen und Mädchen behinderten Menschen zwischen 12 und 23 Jahren ein Programm in der Schule Katterbach. 57 junge Behinderte aus dem ganzen Kreis nehmen daran teil. Im August war außerdem ein Kinderfest für behinderte und nichtbehinderte Kinder ausgerichtet worden. Es gibt auch Fahrten zu Festspielen und ähnlichen Veranstaltungen. Über 10 000 Einsatzstunden melden die Nachwuchs-Rotkreuzler.

Dezember. Es wird angeregt, die bisherige Frauenbereitschaft in einen Frauenarbeitskreis umzuwandeln und die Sanitäterinnen mit den Männern in einer Bereitschaft zusammenzufassen.


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Januar. Der Vorstand beschließt, der „Flugrettung“ beizutreten. Die Mitglieder erhalten dadurch Vorteile bei Rücktransport in Krankheitsfällen.
- Der Ortsverein beteiligt sich an der Büchsensammlung für Äthiopien am „Afrika-Tag“ (23. 01.) und veranstaltet gemeinsam mit dem Quartett-Verein Heimatklänge Nussbaum ein Benefizkonzert zu Gunsten afghanischer Flüchtlinge.
- Die Betreuung von Um- und Aussiedlern wird immer umfangreicher.
- Es wird angeregt, auch einen „Männerarbeitskreis“ zu gründen, damit die aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Kameraden weiterhin Kontakte miteinander und zum DRK halten und sich als Blutspendehelfer oder bei sonstigen geeigneten Anlässen einsetzen können.

März. Der „Frauenarbeitskreis“ ist installiert, die weibliche Bereitschaft aufgelöst. Eine Anzahl junger Mädchen und Frauen hat sich der „gemischten Bereitschaft“ angeschlossen.

Juni. Während der Verkehrssicherheitswoche in Gladbach bekommen der Verpflegungs-, Sanitäts-, und Betreuungsdienst fünf Tage lang Verstärkung durch die DRK-Bereitschaften Kürten, Odenthal und Wermelskirchen.

Juli. An seinem 80. Geburtstag erinnert der langjährige Ortsvereinsvorsitzende, Gladbachs Stadtdirektor a. D., Dr. Peter Kentenich, in einer kleinen „Geschichtsstunde“ an die Entwicklung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg: Als er am 5. Mai 1948 von der linken Rheinseite nach Bergisch Gladbach kam, hatte die Stadt noch keine 30 000 Einwohner. Es herrschte riesige Wohnungsnot. Tausende Flüchtlinge und Vertriebene waren in hunderten von Baracken und Notunterkünften untergebracht; übrigens keineswegs nur aus dem Osten; es lebten auch immer noch Bombenflüchtlinge aus den umgebenden rheinischen Städten beengt in der relativ verschont gebliebenen Region am Rande, manche von diesen sogar auf Dauer hier ansässig geworden. Es gab damals keine ordentliche Stadtentwässerung und nur eine einzige Turnhalle. In der rasend schnellen Zunahme der Bevölkerung wuchsen bis 1975 die beiden Nachbarn Gladbach und Bensberg parallel an, stets mit etwa 10 000 Einwohnern Vorsprung der Kreisstadt. Der Zusammenschluß zu 1.1.1975 brachte Gladbach rund 100 000 Einwohner.
In den 30 Jahren seither erreichte die „Doppelstadt“ zum 1. 01.2005 schon 110 000 Einwohner.

September. Stadtdirektor Fell unterrichtet das DRK: Am 7.August 1951 habe Bundespräsident Theodor Heuss den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ gestiftet.
Der gegenwärtige Präsident (Richard v. Weizsäcker) habe den Wunsch geäußert, daß mehr haupt- und ehrenamtliche Helfer caritativer, humanitärer und kirchlicher Einrichtungen für ihren so wichtigen Dienst an den Menschen gewürdigt werden sollten. Er weist das Rote Kreuz auf diese Möglichkeit öffentlicher Anerkennung hin.

September.Das Bundesschützenfest in Bergisch Gladbach erfordert den Großeinsatz des Roten Kreuzes: 10 Zelte für 100 Jungschützen sind aufzubauen, überall werden die Helfer gebraucht – beim Sonntagsgottesdienst im Stadion, bei Festumzug und Schlußveranstaltung.

Das Bergisch Gladbach Jugendrotkreuz wird Landessieger Nordrhein beim Landeswettbewerb Stafettenlauf in Kürten.


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Der Kreisverband empfiehlt den Ortsvereinen mehr Zivildienstleistende für die Arbeit im DRK zu werben.

Juli. Die europäischen Partnerschaften von Bergisch Gladbach mit Städten in den Niederlanden (Velsen-Ijmuiden), England (Luton), und Frankreich (Bourgoin-Jallieu) bestehen seit 30 Jahren.
Sie wurden im Rahmen des 100-jährigen Stadtjubiläums am 14. Juli 1956 gegründet. Seither pflegte auch das Rote Kreuz Kontakte zu den Partnergemeinschaften in Westeuropa. Die politische Entwicklungen haben dazu geführt, daß in den letzten Jahren Verbindungen auch nach Osteuropa gewachsen sind.
- Beim Deutschen Katholiken Tag in Aachen ist die Verpflegungsgruppe fünf Tage lang mit zwei Feldkochherden und sechs Helfern im Einsatz.
- Jahresbilanz: 498 Krankentransporte mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer und Sanitäter.
24 Inanspruchnahmen der KV-Fernmeldetruppe, in der acht von 13 Helfern dem Ortsverein Gladbach angehören. Der Trupp verfügt über eine ortsfeste Funkstelle,
3 Fahrzeugfunkanlagen, 4 Handfunksprechgeräte im 4m-Band, 5 Melde- und Alarmempfängern verfügungsbereit.

Oktober. Bürgermeister Franz Heinrich Krey empfängt Besucher des NRK Velsen.
In der Alten Taufkirche in Refrath findet ein ökumenischer Gottesdienst statt.

Dezember. Nach der Übergabe des neuen KTW wird der alte dem Türkischen Halbmond geschenkt. Unter Mitwirkung der deutsch-türkischen Helfergemeinschaft wird er nach Izmir überführt.
- Ein Höhepunkt des Jahres: Die neue Unterkunft in der Buchholzstraße 58

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Seit 1. Januar betreibt der DRK-KV neben der Rettungswache Kürten auch die Rettungswache Overath. An den Wochenenden werden diese von ehrenamtlichen Helfern aller RK-Gemeinschaften im Kreis besetzt. 10 Helfer des Ortsvereins melden 2000 „auswärtige“ Dienststunden.
- 81 Theatervorstellungen wurden von Ärzten und Helfern betreut.

Februar. Butter aus EG-Beständen steht nach Räumung von Bundeslagern den Wohlfahrtsverbänden zur Verfügung. Das Zentrallager für den Rheinisch-Bergischen-Kreis wird in der Buchholzstraße eingerichtet und von dort aus durch die RK-Helfer unter Leitung des Bereitschaftsführers zu den Ausgabestellen der Kirchengemeinden und Wohlfahrtseinrichtungen im Kreisgebiet transportiert. Insgesamt 20 Tonnen Butter u. a. Lebensmittel werden ausgegeben, in einer zweiten Aktion auch Frischmilch und Joghurt. Berechtigt sind Empfänger von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und -hilfe, Aussiedler und Asylanten, kinderreiche Familien, Menschen mit geringem Einkommen, ferner Bedürftige, die besonders unter der Kältewelle des vergangenen Winters gelitten haben.

März. Die Behindertenarbeit des Jugendrotkreuzes wird wegen nachlassendem Interesse eingestellt. Auf mehreren Fahrten pflegt die jungen Rotkreuzler Freundschaften mit dem niederländischen Roten Kreuz.
- Der Katastrophenschutz wird zu einer zentralen Aufgabe.
- Die DRK-Frauen leisten viele stille Arbeit bei Hausbesuchen kranker und pflegebedürftiger Personen und mit fast 100 Weihnachtspaketen in jedem Jahr.

- Am 27. März stirbt Dr. Peter Kentenich im Alter von 81 Jahren. Er war von 1948 bis 1981 Vorsitzender des Ortsvereins.


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Mai. Bei der offiziellen Übernahme des neuen RK-Gebäudes (Unterkunft des Ortsvereins) in der Buchholzstraße 58, wird dem Haus in Würdigung seiner Verdienste der Name „Dr. Peter-Kentenich-Haus“ verliehen.
- Über 1500 Blutspender melden sich, 110 müssen zurückgestellt werden. 1398 Blutkonserven nimmt der Blutspendedienst des Landesverbandes mit.
- Die Sanitäterinnen arbeiten gut mit den Männern in der gemischten Bereitschaft zusammen. Der Frauenarbeitskreis ist durch zahlreiche Schwesterhelferinnen verstärkt worden.


Kontakt

DRK Ortsverein
Bergisch Gladbach e.V.
Jakobstraße 105
51465 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 21685
Fax: 02202 22138
info@d8549066558f43f5bf2b721e78ad370bdrk-ovgl.de

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